Projekt :: McL. M8B im Detail
Das Vorbild. Der Can-Am McL. M 8 B von 1969 wurde von Werkspilot Denny Hulme einmal als der beste Can-Am-Rennwagen aller Zeiten bezeichnet. Die Renngebnisse von 1969 bekräftigen diese Meinung eindrucksvoll: Alle der 10 Can-Am-Läufe 1969 wurden von den Werks-McLarens gewonnen. Technisch baute der M 8 B weitestgehend auf seinem Vorgängermodell M 8 A von 1968 auf, einziges wirklich neues Feature war der regulierbare Heckflügel. Mit der triumphalen Saison 1969 war die Rennkarriere des M 8 B noch lange nicht zu Ende: ab 1970 konnten Kunden bei der McLareneigenen Firma Troyan dieses Fahrzeug als M 8 C oder M 8 D ordern.
Das Modell. Als vor einigen Jahren die amerikanische Firma „Accurate Minatures“ den M 8 B als „Plastikbausatz, wie es ihn noch nie zuvor gegeben hat“ ankündigte, wurde eine hohe Erwartungshaltung geweckt. Spätestens beim Öffnen des Kartons war es dann mit der Freude vorbei: Ein aus etlichen, teilweise verzogenen Teilen bestehender Body musste zusammengesetzt werden, ein Unterfangen, welches auch hartgesottenen Modellbauern Probleme bereitete. Kurzum: der Kit floppte und Accurate Miniatures hat seitdem keine Automodelle mehr herausgebracht. Seit unser Transkit auf dem Markt ist, ist dieser Bausatz jedoch wieder zur gesuchten Rarität aufgestiegen. Aber nicht Verzagen: Trumpeter hat die Formen gekauft und demnächst ist mit einer Neuauflage des Plastikkits zu rechnen. Es reifte der Plan, gleich mehrere McLarens zu bauen: das Motschenbacher-Auto von 1970, die Vic Elford und Tony Adamovicz-Varianten von 1971 sowie eine „ausgedachte“ Version für die NDSC. Am Ende kam dabei das aufwändigste Scale-Projekt heraus, daß ich bis dato je gebaut hatte. Wie sich herausstellte, fielen ca. 40% der Bauzeit auf das Studium der handbuchstarken Bauanleitung des Accurate-Bausatzes, um heraus zu finden, welche Teile sich wie an einem Slotracer verbauen lassen.Ferner bleibt es jedem Erbauer selbst überlassen, inwieweit er die hier gezeigten, bis ins letzte gehenden Detaillierungen übernimmt. Viele der aufgezeigten Bauschritte lassen sich auch bei anderen Scaleracern anwenden und können Ihnen vielleicht neue Ideen vermitteln.
Vorbereitung des Bodys: der Resinebody wird von Materialüberschuß und leichten Graten befreit. Danach werden zunächst die beiden Teile A7 und A 8 in den Body eingepasst und verklebt .
Lackieren und bedecalen: Bei den unifarbenen Varianten einfach, aufwändiger gerät die dreifarbige Basislackierung des Adamovicz-Autos: zunächst wurde der Body weiß grundiert, was auch für die Flanken die Basislackierung darstellte. Die entsprechenden weißen Bereiche wurden mit Tamiya-Tape abgeklebt, danach erfolgte die orangefarbene Lackierung. Anschließend wurde der Body erneut abgeklebt und die schwarzen Farbflächen an Front und Heck wurden aufgebracht. Die Bedecalung des komplizierten Blitz-Designs war etwas kniffelig, es empfiehlt sich, jeweils mit dem Tür-Segment zu beginnen. Hier und da musste etwas mit Pinsel und Farbe retuschiert werden . Eine mindestens ebenso schöne und weniger aufwändigere Variante ist das gelbe Vic-Elford –Auto mit der Startnummer 29: Von Fred Cady gibt es einen passenden Decalbogen (Nr.831).
Heckflügel : Hierzu werden die Teile C 56, C 57,F 110, F 120 und F 121 verbaut. Die Träger des Flügels werden am unteren Ende gekappt. Als Klebefläche wird ein schmales Stück Plastiksheet von innen in den Body gesetzt. Hierauf kann man den Flügel kleben, zuerst mit wenig Plastikkleber zum Ausrichten, nach Aushärten mit größerer Menge 2 K-Kleber verstärken. Alternativlösung: flexible Flügelhalter aus Gummi, erhältlich über www.werkshomepage.de. Die flexiblen Halter schaffen zudem mehr Platz im Innenraum des Bodys und machen die Getriebeauswahl variabler.
Getriebeattrappe : besteht aus den Teilen E 87, E 88,C 48 und den Rücklichtern 128. Die komplette Attrappe kann entweder direkt hinten am Chassis oder mittels eines dünnen Streifens schwarzer Bastelpappe von innen in den Body geklebt werden.
Interieur: Im Laufe der Bauarbeiten wurde ein einfaches, passendes Lexaninterieur entwickelt, um Gewicht und Zeit zu sparen. Durch Kürzen lässt sich aber auch das Interieur des Kits einbauen. Zum Einsatz kam der 60er Jahre Fahrer von Q-Models mit einem beim Adamovicz-Auto etwas moderneren Kopf mit Vollvisier. Die Fahrerfigur wurde mit Gurten von Modeler´s versehen. Die rechte Hand der Fahrerfigur wurde abgeschnitten und „verdreht“ wieder angeklebt, um auf dem Schaltgestänge (E 91) zu liegen. Das Interieur wurde noch ausgeschmückt mit dem Feuerlöscher (E83) und Leitungen (H 160 und 162).
Armaturen: Verbaut wurde das Armaturenbrett des Plastikkits (129) zusammen mit der dazugehörigen Abdeckung aus dem Transkit. Das Armarturenbrettchen lässt sich durch kleine Lämpchen und dünnste Streifen Klebefolie verfeinern. Die Instrumentenverglasung besteht aus einem Tropfen 2K-Kleber.
Motorattrappe: hierzu werden die Teile E 81 und 82, D 65, G 140, G 141 und die Trichter B 26 und 27 benötigt. Die Ansaugspinnen werden gekürzt und auf ein Stück Plastiksheet geklebt. Am hinteren Ende findet der Zündmagnet D 65 seinen Platz in einer Bohrung. Nicht empfehlenswert ist die Verwendung der dem Plastikkit beiliegenden, viel zu unflexiblen Benzinleitungen. Wer so ein Detail überhaupt verbauen möchte, sollte auf Kabel und Fittings von Sakatsu zurückgreifen.
Leitkieltarnung: Die Technik unseres Slotracers lässt sich sehr gut mit dem Teil C 46 verbergen, welches ohne Nacharbeit in die Kühleröffnung passt.
Kühler: In die seitlichen Kühlschächte des Bodys wurden die Kühler (C49 und 50) eingesetzt . Bei zwei Autos wurden zusätzlich Kühlleitungen angebracht.
Fronteinzug: besteht entweder aus den Teilen D 57, A 17, D 70 und 71, von denen vorsichtig vorne ein ganz dünner Rand abgetrennt wird oder – was einfacher geht und auch gut aussieht – einem dünnen Streifen Alublech (rechts im Body).
Streben: Wer die Verstrebung vom Überrollbügel zum Flügelträger darstellen möchte, sollte auf die hauchdünnen Teilchen E 86 verzichten und auf stabilen Federstahldraht zurückgreifen. Dieser lässt sich mittels einer kleinen Bohrung im Flügelträger festmachen und sogar noch mit einem Alufitting von Sakatsu „verschrauben“ . Dabei handelt es sich allerdings schon um modellbauerischen Hardcore.
Die Technik: Alle Fahrzeuge wurden auf Schöler Pantera G Chassis mit breiten Vorderachshaltern montiert. Hier die Maße: Vorderachslänge: 57 mm, Hinterachslänge 52 mm, Durchmesser Vorderräder 23,5 mm, Durchmesser Hinterräder 25,5 mm, Übersetzung 10:34.
