Projekt :: L 19 V 8
L 19 V 8
Dies ist mein aktuelles Projekt für die DSC-Saison 2004/2005: auf Basis meines eigenen L 19 Bodykits entsteht eine verbreiterte V 8-Version, wie sie in der amerikanischen USSRC 1965 gefahren sein könnte. An der Formulierung bemerkt man bereits, dass es sich um eine „ausgedachte“ Variante handelt, die jedoch auf reichlich historischem „Background“ basiert.
Der L 19 wurde erstmals 1960 eingesetzt, ab Werk mit 4-Zylinder Ford-Climax-Motor mit einer Leistung von 220 PS.Die Rennkarriere dieser Ausnahmekonstruktion zog sich aber bis 1966 hin, wo dieses Auto in den Händen von Privatiers in der USSRC eingesetzt wurde. Im Laufe der Jahre wurden die Reifen breiter, die Motoren stärker und so mutierten die privaten L 19 zu kleinen „V 8-Monstern“ mit verbreiterten Kotflügeln und abenteuerlichen Spoilerkonstruktionen. Bereits 1964 pilotierte Dan Gurney solch ein Fahrzeug, den berühmten „Pacesetter“-L 19.
Die hier am Modell gezeigten technischen Features wie Verbreiterungen und V 8 entsprechen den historischen Tatsachen, die Auswahl der Farbgebung und des Teams erfolgte frei, dazu einige Überlegungen: Der Simoniz-Rennstall engagierte sich in den 50ern und Anfang der 60er Jahre bei Indy-Roadstern, ab Mitte der 60er Jahre in der USSRC und später Can-Am. Insofern wäre der Einsatz eines solchen Autos 1964/65 durchaus vorstellbar gewesen. Ferner hatte das Simoniz-Team keine hundertprozentig festgelegte Teamfarbe, es gab schwarz-goldene, weiße und metallicblaue Autos, erst in der späten zweiten Hälfte der 60er Jahre setzte sich das typische orange-weiße Design durch. Daher konnte auch ein elegantes cremegelb kein Problem sein, zumal diese Farbe sehr schön mit den roten Cady-Schriftzügen (Nr. 560) harmoniert.
Der Body: hier ist der Body bereits fertig umgebaut, bedecaled und lackiert. Die Kotflügel wurden verbreitert, die Nase bekam kleine „Flipper“-Spoiler und einen größeren Kühlerausschnitt, im Heck wurde der Ausschnitt für den Motor und ein Spoiler angebracht.
Die Seitenschweller wurden vor dem Klarlacken mit Bare-Metal verkleidet. Die kleinen schwarzen Hutzen sind die Originalteile aus dem Kit. Sie wurden mit einem zusätzlichen Nietenrand versehen.
Hier ist schon das Armaturenbrett eingebaut, verfeinert mit einem Kontrolllämpchen (falls der Fahrer mal vergisst, das Licht auszuschalten) und einem kleinen Starterknopf. Die Anzeigen wurden mit einem Tröpfchen 2K-Kleber „verglast“. Daneben findet sich eine kleine Schalttafel, gefertigt aus Plastiksheet. Die daneben verlaufende Kabelage betont den „improvisierten“ Effekt, die solche Features an Rennwagen oft hatten.
Aus diesen Teilen entstand die Motorattrappe: die Zylinderkopfdeckel wurden abgetrennt und zusammen mit der Ansaugsprinne auf 0,5 mm Plastiksheet geklebt. Die Trichter der kleinen Weißmetallvergaser wurden poliert. Nach der Farbgebung wurde der Motor verkabelt.
Das Bausatzinterieur wurde verfeinert, indem auf die seitlichen Tankverkleidungen dünnstes, poliertes Alublech aufgebracht wurde. Die simulierten Vernietungen wurden mit einem 0,5 mm Bohrer einzeln angebohrt. Zusätzliche Details sind ein Alu-Feuerlöscher (mit Fotoätzgurten befestigt) und Flüssigkeitsleitungen aus Teilen von Detail-Master.
Das Lenkrad vorher und nachher: Nach entsprechender Bemalung wurde auf das kleine Resinelenkrad ein Markenenblem gedecaled, mit einem kleinen Fotoätzring eingefasst und mit einem Tröpfchen 2K-Kleber versiegelt und gleichzeitig dreidimensional gemacht.
Der Fahrerkopf: wie weit kann die Detaillierung gehen? Neben den mittlerweile „üblichen“ Verfeinerungen wie Visiernieten, Helmdesign aus 3M-Folie, Drybrushing und leichter Verschmutzung verfügt dieser Fahrerkopf noch über Kinn-und –Brillenriemen mit winzigen, fotogeätzten Schlaufen (aus dem 1:35 Militärzubehör, sind eigentlich Gürtelschnallen für die kleinen Soldaten).
Die Heckattrappe: das Bausatzteil wurde mit Auspuffendrohren versehen. Im Heckbereich findet sich noch ein zusätzlicher Flüssigkeitsbehälter sowie ein Differenzialöhlkühler.
Das fertige Chassis, ein Schöler Pantera GTS mit Vorder- und Hinterachshaltern aus Alu. Hier sind bereits die Felgeninlets eingesetzt (natürlich mit kleinen Alu-Ventilen.) Durchmesser Vorderräder: 23mm, Hinterräder 25,5 mm, Übersetzung 12:42, Chassisgewicht 120g ohne Trimming. Bei einem Bodygewicht von 50 g müssen also noch 10g (!) Blei ins Chassis, damit es auf das in Klasse 2 DSC vorgeschriebene Mindestgewicht kommt. Das zusätzliche Gewicht wurde vor und hinter dem Motor angebracht.
Demnächst geht´s hier weiter!
Update 03.01.05:
Fertig! Abschließende Arbeiten waren das Anbringen der Windschutzscheibe, des Überrollbügels und der Scheinwerferabdeckungen.
Sein erstes Rennen hat der Lotus V 8 am 18.12.04 beim DSC-Nord Rennen in Wolfsburg erfolgreich absolviert: vom Basteltisch auf Platz 3! Einmal mehr zeigt sich bei diesem Fahrzeug, daß Breite nicht alles ist: von den erlaubten 80 mm Spurbreite nutzt der Body "nur" 73 mm aus.
Viel Spaß beim Betrachten der Bilder!
